WEBTALKS ZUR BILDUNGSDEBATTE
Webtalk 2
4. Februar 2026, 18-19 Uhr
Bildungsmanagement in der Massenorganisation
Willi Hink (Bildungsbeauftragter beim DFB) zur Frage, wie Bildung in einer Massenorganisation wirkungsvoll organisiert werden kann.
7.700.000 zumeist ehrenamtliche Mitglieder, 24.000 Vereine, 135.000 Mannschaften. Der DFB ist der größte Sportverband der Welt. Wie wird in so einer Massenorganisation Bildung organisiert? Mit welchen Zielen und Methoden schafft man es so viele Menschen wirkungsvoll im Sinne der Organisation zu qualifizieren?
Webtalk 3
09. März 2026, 18-19 Uhr
Bildung als Identitätsbildungsprozess
In Folge 3 unserer Webtalk-Reihe zur Bildungsdebatte geht der Blick maximal out of the box. Unser Gast – Daniel Giemsa – ist Deutschlands erfolgreichster Harry Potter-Influencer. Bei Youtube folgen ihm 307.000 Menschen. Dadurch ist er bestens vertraut mit dem magischen Bildungssystem bei Hogwarts. Können wir aus einem fiktionalen Werk Impulse für die eigene Bildungsarbeit gewinnen? Findet es gemeinsam mit uns heraus! Ein gewagter und daher spannender Webtalk erwartet euch.
Hintergrund: „Harry Potter“ ist eine weltberühmte Buchreihe, die an kaum jemand vorübergegangen sein kann. Es gibt sieben Bücher – 1997 bis 2007 veröffentlicht, die über 600 Millionen mal verkauft wurden.
Die Geschichte dreht sich um den jungen Harry Potter, der überraschend erfährt, dass er ein Zauberer ist. Er kommt auf die magische Schule Hogwarts, wo er die Kunst der Zauberei erlernt und diverse Abenteuer erlebt. Hogwarts ist der Hauptschauplatz der Geschichte, weswegen das dortige Bildungssystem ein wichtiger Teil des Settings ist und weitreichend beschrieben wird.
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Webtalk 4
April 2026
Emanzipation durch Bildung
N.N. (Bildungsstätte Anne Frank) zur Frage, wie Bildung nachhaltig Menschen empowern kann
Genauer Termin und Zugangsdaten folgen
Interview mit Ralf Reinstädtler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und verantwortlich für die Bildungsarbeit der IG Metall
Warum diskutieren wir gerade über die Ausrichtung der Bildung? Und warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Debatte?
Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen – gesellschaftlich, ökonomisch, ökologisch. Die Dekarbonisierung der Industrie, die Dringlichkeit einer umfassenden Energie- und Mobilitätswende, Stellenabbau, Verlagerungen und Standortschließungen, die Bedrohung unserer Demokratie durch den erstarkenden Rechtsextremismus, dazu ein spannungsgeladener geopolitischer Rahmen mit Kriegen und Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten – all das sind Themen, die uns derzeit herausfordern.
Vor diesem Hintergrund ist die Bildungsdebatte eine Chance für uns. Die gewerkschaftliche Bildungsarbeit wird diese Herausforderungen nicht allein lösen – aber sie wird ganz bestimmt Teil der Lösung sein. Wir wollen überprüfen: Erreichen wir unsere Ziele? Ist unsere Struktur zeitgemäß? Wo müssen wir neu justieren? Genau jetzt ist der Moment dafür.
Also der große Blick von oben: Tun wir das Richtige? Und tun wir es gut?
Genau. Die Debatte soll nicht kleinteilig sein, sondern strategisch. Es geht um Inhalte, Konzepte, Formate, Strukturen. Aber auch darum, ob wir die Menschen erreichen, die wir stärken wollen. Und ob unsere Bildung hilft, Konflikte im Betrieb und in der Gesellschaft zu bestehen und kollektiv zu handeln.
Wie organisiert ihr die Debatte?
Wir haben einen breiten Beteiligungsprozess gestartet: Vom Vorstand über die Bildungszentren bis zu den Bezirken und Geschäftsstellen. Alle Ebenen, Haupt- und Ehrenamt, werden einbezogen. Es gibt lokale Formate, Arbeitskreise, ein Diskussionspapier auf Moodle und eine geplante Konferenz. Wichtig ist: Alle sollen sich beteiligen können.
Und wie ist der Start verlaufen?
Sehr gut. Wir haben bewusst keine fertigen Lösungen vorgelegt, sondern Fragen aufgeworfen. Wo stehen wir? Was müssen wir ändern? Der Eindruck, dass wir erstmal zuhören, ist also korrekt – und gewollt.
Welche Themen zeichnen sich schon ab?
Die politische Ausrichtung der Bildung ist zentral. Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern um Orientierung in einer konfliktreichen Welt. Bildung muss klar machen, warum gewerkschaftliche Arbeit notwendig ist – auch gegen Widerstände. Ein zweiter wichtiger Punkt ist das „Lagerfeuer“: Unsere Bildung muss Gemeinschaft stiften, motivieren, Kraft geben.
Kannst du uns ein konkretes Beispiel aus der Debatte nennen?
Zum Beispiel die Handlungsfähigkeit im Betrieb. Erfolgreiche Bildungsarbeit stärkt Handlungskollektive, nicht nur Einzelne. Am besten funktioniert es, wenn mehrere Kolleg*innen gemeinsam Seminare besuchen und ein Projekt im Betrieb umsetzen – begleitet durch weitere Angebote und eine enge Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt. Das ist aufwendig, aber sehr wirksam.
Heißt das: Bildungsdebatte ist auch Organisationsentwicklung?
Ja, unbedingt. Es geht nicht nur um Angebote, sondern auch um Strukturen und Arbeitsweisen in der IG Metall. Bildung kann helfen, neue Formen der Zusammenarbeit zu etablieren. Dafür brauchen wir passende Konzepte und ausreichend Flexibilität.
Und das Thema Mitgliederbindung? Welche Rolle spielt das?
Eine zentrale. Bildung ist oft der Einstieg ins Engagement. Viele bleiben dabei, weil sie dort Gemeinschaft erlebt haben. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Bildung Herz und Verstand anspricht. Auch in einer digitalen Welt, in der manche nur schnelle Informationen wollen, brauchen wir Formate, die Begegnung und Identifikation ermöglichen.
Wie kann man mitmachen?
Die Bezirke bieten eigene Beteiligungsformate an, bei denen diskutiert wird. Auch alle anderen Gliederungen, Arbeitskreise und Zusammenschlüsse sind herzlich eingeladen, Formate durchzuführen. Über einen Kurs in unserer Lernplattform „Moodle“ (Einschreibeschlüssel: bildungsdebatte) kann man den Verlauf der Debatte und die Diskussionsergebnisse transparent verfolgen. Dort findet sich auch immer die aktuelle Version des Diskussionspapiers. Es wird regelmäßig aktualisiert. Wir laden alle ein, sich einzubringen – online und vor Ort.
Was wünschst du dir, woran man sich in zehn Jahren an diese Debatte erinnert?
Dass wir nicht um Seminardauern gestritten haben, sondern mutig nach vorne geschaut haben. Dass wir die zentralen Richtungsfragen unserer Zeit auf die Tagesordnung gesetzt, unsere Bildungsarbeit neu ausgerichtet und viele mitgenommen haben. Und dass wir dabei nie aus dem Blick verloren haben, worum es geht: Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit, Zusammenhalt, und eine starke IG Metall.
Vielen Dank, Ralf.
Ich danke dir. Ich freue mich auf die Debatte! Und wer gleich tiefer einsteigen möchte, kann gerne den dazugehörigen Podcast anhören.